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Grundsätzliches zu Krieg und Frieden
Das Unmögliche denken: Welt ohne Krieg. Eine Welt in Frieden und Wohlergehen für alle ist möglich.
Menschen haben die Institution Krieg geschaffen. Sie haben viele Werte damit verknüpft wie z.B Heldentum, Ehre, Mut, Verteidigung von Land und Leben, Opferbereitschaft, nötigen Lebensraum gewinnen, sogar die Idee: den Anderen die eigenen „höheren Werte“ zu bringen, wie z.B. das Christentum, den Gottesstaat oder die Demokratie - notfalls mit Gewalt. Denn „die höheren Werte“ rechtfertigen in den Augen der politisch Entscheidenden und militärisch Handelnden auch blutige Gewalt, wie denn alles, was Opfer und Tod fordert, nur im Namen eines höheren Wertes durchsetzbar ist. Alles Schreckliche in der Geschichte ist in der Regel im Namen des Guten begangen worden. Es verbergen sich allerdings handfeste Macht- und Profitinteressen dahinter, damals vor 4-5.000 Jahren, als die Kriegsideologie begründet wurde, genau so wie heute.
Es ist jedoch möglich zu Realitätssinn zu kommen, zu Ehrlichkeit mit sich selbst und den andern. Es ist möglich, Abstand zu nehmen von Übervorteilung und reinem Eigennutz. Es ist möglich, zu menschlicher Vernunft zu kommen und menschlichen Lösungen für die allgegenwärtigen menschlichen Konflikte. Es ist sogar möglich zu entdecken, dass es jedem besser geht, wenn es allen besser geht. Unser eigenes Glück, im kleinen Kreis wie im größeren und auf weltweiter Ebene, ist stabiler und tiefer, wenn es auch den Nachbarn gut geht. Schließlich sind wir alle verwandt miteinander und mit allem was lebt und ist. Wir stammen alle aus dem selben kosmischen Mutterschoß.
Mich beeindruckt deshalb die chassidische Erzählung über die vergehende Nacht und das Licht des herannahenden Tages: „Erst dann endet die Nacht und beginnt der Tag, wenn ich im Gesicht meines Nächsten den Bruder oder die Schwester erkenne.“
Zu diesem kooperativen und produktiven Miteinander zu kommen ist schwer und doch nicht so schwer. Der Wille gehört dazu, der Wille zu Gerechtigkeit und Fairness. Das sich Besinnen auf das eigene Menschsein wie auf das Menschsein des Anderen: auf das Leben-wollen, das Selbst-sein-wollen, mit Hoffnung und Lebensperspektiven, geltend für uns selbst wie für die Anderen.
Das Schwere ist, sich den kollektiven Zwängen und Ideologien zu entziehen, ihnen beherzt zu widerstehen, ob politisch, gesellschaftlich, gruppenspezifisch, religionsspezifisch …, und der Spur des eigenen Spürens zu folgen. Es kann andere anstecken, und wir können zu neuen, verträglichen kollektiven Wertvorstellungen kommen, in denen das Potential der Einzelnen geachtet ist und geschätzt wird.
Das eröffnet der Gesellschaft und der Welt eine ungeahnte, unvorhersehbare Fülle neuer kreativer Ideen und Möglichkeiten. Angstfreies Selbstsein wie auch eine bereicherte Gemeinschaft und Gesellschaft sind gleichzeitig möglich. Es wird nicht mehr darum gehen, dass das Individuum sich opfert zum Besten der Gemeinschaft (worauf die Kriegsideologie baut; Opfer- und Heldenmut wurden und werden immer, auch für die verbrecherischsten, Kriege eingefordert). Viele unnütze, unsinnige Opfer, sehr viele in sehr vielen Bereichen, werden vermieden werden.
Ein Leben in Liebe und in Fülle ist möglich, für den Einzelnen und für die Gemeinschaft, für die jetzt bevorzugten reichen Länder in der Welt und für die benachteiligten und übervorteilten armen Länder und ihre Menschen - für alle.
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